Führungswechsel im Verband Vorarlberger Fasnatzünfte und -Gilden

Mit Barbara Lässer steht erstmalig eine Frau an der Spitze des rund 6000 Mitglieder zählenden Landesverbandes. In Corona-Zeiten findet die Übergabe am 24. April im kleinen Kreis statt. Der 40. Landesverbandstag wurde erneut bis auf Weiteres verschoben.

Nach einem Jahr der coronabedingten Verschiebung geht am Samstag, den 24. April 2021 um 17.11 Uhr nun die offizielle „Hofübergabe“ im Verband Vorarlberger Fasnatzünfte und –Gilden (VVF) über die Bühne. Zur gegenwärtigen Situation gewiss ohne das Stelldichein von hunderten Närrinnen und Narren, geladenen Ehrengästen sowie den normalerweise vorgesehenen Darbietungen zum Landesverbandstag. Es wird eine kurze Übergabe geben, die Online verfolgt bzw. nachgesehen werden kann. Das VVF-Präsidium hat mit Rücksicht auf das Infektionsgeschehen in Vorarlberg Anfang März die Vernunftentscheidung getroffen, im Frühjahr 2021 die Abhaltung der informellen Zusammenkünfte auf Referats-, Bezirks und Landesebene weiterhin zu vertagen. „Diese Treffen haben zumeist Veranstaltungscharakter und können bis dato nicht in gewohnter bzw. erforderlicher Manier einer Abhaltung zugeführt werden“, so der scheidende Verbandsvorsitzende Michel Stocklasa.

 

Führungswechsel im Verband Vorarlberger Fasnatzünfte und -Gilden

Länger als geplant

Der 40-jährige Bucher engagierte sich 11 Jahre im Landesverband und stand der Interessensvertretung seit dem 21. April 2012 als Präsident vor. „Ich darf dankbar auf viele lehrreiche, spannende und eindrückliche Jahre im VVF zurückblicken“, resümiert Stocklasa, der zusammen mit seinem Team den VVF ein Jahr länger als geplant durch die Coronazeit navigierte. Der bereits im Vorjahr verschobene 40. Landesverbandstag, mit der Abhaltung der regulären Neuwahlen, soll nun je nach pandemischer Lage und den dann geltenden gesetzlichen Vorgaben ehemöglich bei den Hardar Mufängar in physischer Form nachgeholt werden. Von einer digitalen Durchführung hatten die Verantwortlichen bewusst, aufgrund mehrerer Veränderungen in den statuarisch vorgesehenen Ressorts, abgesehen.

Premiere für Präsidentin

Dennoch markiert der 24. April ein markantes Datum in der Historie des Landesverbandes. Hier übernimmt, wie vorgesehen und beim letzten durchgeführten Verbandstag in Braz 2019 kommuniziert, die bisherige Chefin des Protokolls Barbara Lässer die Agenden des langjährigen Präsidenten Stocklasa bis zur Abhaltung der Neuwahlen in designierter Form. Mit 24. April 2021 steht nun erstmalig eine Präsidentin an der Spitze des Verbandes Vorarlberger Fasnatzünfte und –Gilden. Die 41-jährige Lustenauerin bringt viel Erfahrung aus dem operativen Geschäft im Verband sowie aus dem vorangegangenen Engagement u.a. bei den RHIN-ZIGÜNAR Luschnou mit.

Neues Team

„Ich habe Respekt vor den Herausforderungen in bewegten Zeiten und freue mich auf die Chance, mit den Mitgliederorganisationen und Beteiligten, unser Brauchtum Fasnat leben und weiterentwickeln zu können“,  so die designierte Verbandsvorsitzende. Ihr zur Seite stehen künftig im Präsidium der amtierende Vizepräsidenten Rene Winkel (Schliefer Fasnatzunft), neu als Vize der bisherige Landeselfer aus dem Bezirk Bregenz Christof Huber (Fasnatzunft Höchst) sowie die neue Chefin des Protokolls Nadine Luger (Dornbirner Fasnatzunft) mit der bewährten Schatzmeisterin Angelika Egger von den Ramschwager Burgnarren.

Personell breit aufgestellt

Mit Helmut Salzgeber (Funkenzunft Gantschier) gibt es einen neuen Landesfunkenreferenten, während die Funktion des Webmasters und Landeszeremonienmeisters wie bisher von Gernot Reumüller (Dornbirner Fasnatzunft) ausgeführt wird. Für die Narren steht Marion Pfeiffer (Fluhar Nollatrüllar) in punkto Brauchtum & NarraBlättle (Verbandspublikation) weiterhin zur Verfügung. Neu im erweiterten Präsidium sind Tanja Petzold (RHIN-ZIGÜNAR) als Landesgardereferentin, Claudia Katz (Faschingszunft Gaißau) in der Funktion als Landeselferrätin (Bezirk Bregenz) und Thomas Kertel (Embser Schlossnarren) als Landeselfer für den Bezirk Dornbirn. Wie bisher betreut Martin Hämmerle (Emser Palast-Tätscher) das Gugga-Referat und Jürgen Staubmann (Schalmeienzug Mäder) den Bereich Musikzüge. Mit Stefan Ellensohn (Faschnatzunft Bezau) und Günter Dietrich (Luterachar Schollesteachar) bekommt der Narrenbezirk Bregenz zwei neue Fasnaträte, während Evi Kaufmann (vormals Chaos Tätscher) künftig das Ordensmanagement übernimmt. Wie zuletzt engagieren sich Jürgen Hicker (FKF) und Oliver van Dellen (Rungeliner Funkenzunft) auch künftig als Beiräte im VVF und komplettieren zusammen mit den Fasnaträten aus den Bezirken Dornbirn, Feldkirch und Bludenz (hier stehen aktuell keine Veränderungen an) die breit aufgestellte personelle Struktur.  

Scheidende Funktionäre

Der Landesverband dankt vorab, bis die offizielle Verabschiedung nachgeholt werden kann, weiteren verdienten ehrenamtlichen Funktionären für ihre Arbeit. Stefan Ellensohn engagierte sich von 2008 – 2017 als Musikzugleiter und von 2015 ist zuletzt als Vizepräsident. Cornelia Bayer führte seit 2010 das Gardereferat, ein Jahr zuvor übernahm sie die Agenden schon interimsmäßig. Günter Pleßnitzer stand dem Bezirk Dornbirn von 2004 bis 2021 als Landeselferrat vor. VVF-Ehrenmitglied Hans Baschnegger war von 1992-2010 Landeselfer des Bezirks Bregenz und direkt nachfolgend bis zuletzt im Fasnatrat tätig. Sein ebenso scheidender Kollege Kurt Hecht bekleidete das Amt des Fasnatrates sieben Jahre lang. Aktuelle Informationen und Entwicklungen können jederzeit der Verbandshomepage unter www.vvf.at entnommen werden.